Rad-Weltmeisterschaften 1954.
Auch so etwas gab es mal in Solingen. Die Radweltmeisterschaften 1954 fanden in den drei Städten Köln-Wuppertal-Solingen statt. Die Rennen in Solingen wurden am 21. und 22. August 1954 ausgetragen. Sie sollten als Regenschlacht in die Geschichtsbücher eingehen. Die Weltpresse urteilte damals über den Solinger Kurs: „Schwer, fast zu schwer!“
Nebel, Regen und Kälte machten es den Rennfahrern auf dem mit gewaltigen Steigungen gespickten Kurs nicht gerade einfacher. Bei den Amateuren gewann der damals 23-jährige Belgier Emile van Cauter. Weltmeister und Nachfolger von Fausto Coppi bei den Profis wurde der damals 36-jährige Franzose Louison Borbet, welcher übrigens als erster Radrennfahrer die Tour de France dreimal hintereinander gewinnen konnte (1953-55).
 
 
                                    Historische Zeitungsausschnitte zur Rad-WM 1954
Die Rad-WM 1954 in Solingen war ein mediales Grossereignis. Um dem Ansturm der Radsportfreunde und Journalisten gerecht zu werden, wurden per Zeitungsannonce 2000 Betten gesucht. Die Solinger Bevölkerung wurde gebeten, Privatquartiere zur Verfügung zu stellen. Die Getränkekisten waren damals noch aus Holz, und die Flasche Cola kostete 40 Pfennige (zzgl. 20 Pf. Flaschenpfand!).
Der auf dem Foto gezeigte Abschnitt der Strecke ist übrigens heute so gut wie unverändert erhalten. Es handelt sich um die 180°-Kurve zwischen Glüder und Hästen. Bergauf eine wirklich anspruchsvolle Strecke (fast 200 hm). Bergab bei dieser Witterung mindestens genauso. Empfehlenswert für jeden ambitionierten Rennradler.
Sprint auf spiegelglattem Asphalt. Die Rad-WM 1954 war wegen des Wetters und der Streckenführung eine der anspruchsvollsten. Die Obrigkeiten rechts im Bild sorgten für Zucht und Ordnung, und im Hintergrund wird dem Freizeitradler die Entscheidung beim Kauf seiner nächsten Fahrradkette leichtgemacht: „Auf allen Bahnen, Strassen, Wegen... Köbo-Ketten - überlegen! Die Materialschlacht war vor 53 Jahren um einiges minimalistischer...
Fotos(3): Stadtarchiv Solingen
53 Jahre später, jedoch weiter nach rechts versetzter Fotostandpunkt. So gut wie nichts hat sich verändert, von ein paar Bäumen entlang der Strasse einmal abgesehen.
März 2007
 
Eng und ein wenig unkoordiniert sah es im Start/Zielbereich in Hästen aus. dies sollte sich nach einigen Runden jedoch ändern...
 
Auf dem Foto links hat das Peloton
bereits die Spitzkehre passiert. Nun geht es weiter bergauf nach Hästen, wo sich das Ziel befand.
Noch sind es zahlreiche Fahrer. Am Ende schafften es von 72 Fahrern gerade mal 21 ins Ziel.
 
Eine 17-köpfige Fahrergruppe visiert die Zieleinfahrt von Hästen an. Der Solinger Klingenkurs ist heute nahezu unverändert und für jeden ambitionierten Radsportler eine echte Herausforderung.